Jagdverein

Ansprechpartner: Jürgen-Christian Storm, Eschweg 4, Telefon: 1801

Welche Tiere leben im Revier von Elsdorf-Westermühlen?

Nur wenigen Bürgern von Elsdorf-Westermühlen ist bekannt, welche Säugetier- und Vogelarten in der Umgebung von Elsdorf-Westermühlen leben, welche Entwicklungen sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten gezeigt haben und welche Arten wir zukünftig besonders im Auge haben müssen. Als Jäger fühlen wir uns bei der Beantwortung dieser Fragen besonders angesprochen, weil einige von uns häufig auch frühmorgens und nachts unterwegs sind, um das Wild zu beobachten, andere wiederum sich mehr gegenüber den Aufgaben des Natur- und Artenschutzes verantwortlich fühlen und in diesem Zusammenhang Arbeiten im Naturschutzgebiet Hohner See, in den Landschaftsschutzgebieten Königs- und Hartshoper Moor oder im Natur- und Umweltzentrum Hohner See e. V. (NUZ, Alter Bahnhof Hohn) wahrnehmen.

Das Jagdrevier Elsdorf-Westermühlen erstreckt sich von Wittenmoor im Nord-Osten über Hohenheide im Westen, Bargstaller Koog im Süd-Westen und Alsbeek und Eiderwiesen im Süd-Osten. Das Revier grenzt über lange Strecken an die Staatsforsten Osterhamm und Mittelhamm. In diesen Waldgebieten und in kleineren Bauernwäldern hält sich ein gleich bleibender und von den genetischen Anlagen gesunder Rotwild bestand mit durchschnittlich 30 bis 50 (je nach Jahreszeit) Tieren auf. Die alten Rothirsche wiegen um die 220 kg, und in den Brunftzeiten in den Monaten September und Oktober kann man die Hirsche so gegen Mitternacht röhren (orgeln) hören. Gelegentlich kommt auch einmal Damwild aus dem Loher Gebiet in unser Revier, wird dort aber nicht geduldet, weil die Baumbestände eine zusätzliche große Wildart wie das Damwild nicht verkraften würden. Im Gatter können wir das Damwild bei Hans Jürgen Thode, Schichtweg, bewundern. Schwarzwild (Wildschweine) werden in unserem Revier nur selten oder zufällig wahrgenommen. In den letzten Jahren ist es allerdings häufiger vorgekommen, dass diese Tiere den Nord-Ostsee-Kanal überqueren und sich auch in unserem Nachbarrevier eingefunden haben. Auf der östlichen Seite der Autobahn Hamburg-Flensburg sind die Wildschweine ebenfalls im Vormarsch und haben die Orte Schirnau und Sehestedt seit langem erreicht. Rehwild finden wir überall in ausreichend hohen Beständen. Je nach Gelände rechnen wir mit 6 bis 12 Tieren/100 ha, im Revier Elsdorf-Westermühlen mit seinen etwa 2.200 ha dementsprechend mit etwa 120 bis 130 Exemplaren. Die Jägerschaft ist verpflichtet, dem Vermehrungsgrad entsprechend etwa 50 % des Rehwildes nach einem vorgeschriebenen Abschussplan zu erlegen, damit diese Wildart sich nicht unbegrenzt weiter ausbreitet. Wir haben aufgrund unseres dichten Straßennetzes sehr viel Fallwild zu beklagen (etwa 10 bis 15 % des Gesamtbestandes) und müssen deshalb dafür Sorge tragen, dass Ver­kehrsunfälle durch diese Art nicht unnötig zunehmen.

Neben diesen aufgeführten Großwildarten können wir viele unterschiedliche, kleinere Wildarten beobachten. Von den Marder-artigen Tieren sind Dachs ,  Steinmarder, Iltis, Hermelin- und Mauswiesel in großen Beständen vertreten. Der Baummarder ist auch vorhanden, aber wird selten gesehen. Den Fischotter möchten wir sehr gerne im Eider-Treene-Sorge-Gebiet wieder erleben. Dafür benötigen wir aber noch ein wenig Zeit. Fischotterbestände gibt es im Osten Schleswig-Holsteins bis zur Schwentine und im Westen bis an die Nordsee bei Bongsiel. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis diese possierliche Tierart wieder im Hohner See heimisch wird.

Der Fuchs wird flächendeckend angetroffen. Wir rechnen in unserem Revier mit 50 bis 60 Exemplaren. Zum Glück ist bei uns der Feldhase in großen Stückzahlen vorhanden. Wir rechnen nach dem Wildtierkataster mit etwa 16 Hasen/100 ha. Bei den Beständen der Wildkaninchen sieht es dagegen düster aus. Im Sommer haben wir das Empfinden, dass die Bestände zunehmen, aber im Herbst sind diese Tiere kaum noch anzutreffen, weil sie inzwischen an einer Lungenpest oder anderen Erkrankungen verstorben sind.

Waschbären und Marderhunde sind in Schleswig-Holstein zwar im Vormarsch, werden aber bei uns noch nicht als sichere Bestände ausgemacht.

Trotz der Zunahme von Rabenvögeln, einschließlich des Kolkraben, können wir positiv über Kleinvogelbestände berichten. An vielen Stellen des Ortes, insbesondere in dichteren Hecken, hören wir wieder Spatzen „schimpfen“. Die Bestände dieser Vogelart haben sich offenbar wieder erholt. Meisen, Drosseln, Amseln, Finken, Stare, Schwalben, Gartenrotschwanz, Zirp-Zalp, Zaunkönig, Pieper, Stelzen, Rotkehlchen u. a. sehen wir überall. Die Feldlerche wird dagegen immer seltener. Auch bei den Wat- und Wiesenvögeln sind erhebliche Einbrüche und Verluste zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel. Diese Wiesenvögel sind eher an der Westküste anzutreffen. Bei den hohen Zahlen an Rabenkrähen hat der Kiebitz kaum noch Chancen, seine Jungen groß zu ziehen. Es mögen aber auch andere Gründe für seinen Rückgang verantwortlich sein. Die Bekassinen, Brachvögel und Austernfischer sind dagegen in gleich bleibenden Beständen erhalten. In Elsdorf-Westermühlen gibt es auch den sehr selten gewordenen Schwarzstorch. Der Graureiher kreuzt krächzend über unseren Teichen und Kormorane schweifen auch durch unser Gebiet. Die Anzahl der Graugänse hat beträchtlich zugenommen, manchmal zum Leidwesen der Landwirte, weil sie das frische Gras im Frühjahr bevorzugen und dadurch ernst zu nehmende Schäden hervorrufen. Gelegentlich sehen wir auch Weißstörche in unserem Gebiet und in diesem Jahr ist 1 Storch offenbar zurückgeblieben, um bei uns zu überwintern.

Bei den Eulen-artigen Vögeln ist der Uhu hervorzuheben. Dieser etwa 80 cm große Vogel ist in unserem Revier mit mindestens einem Brutpaar vorhanden. Er holt sich andere Vögel und verschmäht auch Bussarde und Schleiereulen nicht. Die anderen Eulen-artigen Vögel wie Kautz, Zwergohreule und Schleiereule sind bei uns nicht selten, nachdem für ihren Erhalt nachhaltig gesorgt worden ist.

Bei den Greifvögeln ist als besonders erfreuliche Mitteilung zu bewerten, dass in unserem Bereich der Seeadler wieder horstet und Jungvögel aufzieht. In diesem Jahr ist der Horst des Brutpaares im Frühjahrssturm zusammen gebrochen, so dass keine Aufzucht möglich war. Wir nehmen an, dass sich im nächsten Jahr ein Bruterfolg wieder ergeben wird. Andere Greifvögel wie Bussard und Turmfalken werden häufig angetroffen. Den Habicht und den Sperber sieht man nicht so leicht, beide Arten sind aber in ausreichender Zahl vorhanden. Seltener sind bei uns die Milane anzutreffen. Dagegen finden wir in den Niederungsgebieten die Wiesenweihe und am Hohner See mit etwa 6 Brutpaaren die Rohrweihe. Auch der Fischadler ist dreimal im Hohner Seegebiet gesichtet worden, der Standort seines Horstes ist aber weiterhin unbekannt.

In den Frühjahrsmonaten sehen wir auf den Wiesen des Alsbeek an der Eider häufig Kohorten von Sing- und Zwergschwänen und gelegentlich auch durchziehende Gruppen von Kanada- und Graugänsen.

An einigen Stellen unseres Reviers beobachten wir auch den wunderschönen Eisvogel häufiger, können aber bei uns noch keinen Bruterfolg vermelden. Wir müssen auch nicht überrascht sein, wenn wir plötzlich Kraniche ziehen sehen und rufen hören. Sie kommen aus den Ostgebieten auch zu uns in den Westen herüber. Es handelt sich aber noch nicht um feste Bestände.

Es war nicht mein Ziel, eine vollständige Aufzählung aller bei uns vorkommenden Tierarten zu liefern. Ich wollte nur aufzeigen, welche Vielfalt von Tierarten in unserem Revier erwartet werden darf, wenn wir nur häufig genug und vor allem auch in den frühen Morgenstunden oder späten Abendzeiten durch unser Revier mit dem Fahrrad fahren oder spazieren gehen.

Bei speziellen Rückfragen wenden Sie sich bitte an die örtlichen Jäger, z. B. an unseren Jagdleiter, Herrn Dieter Aye, oder an mich.

Carsten Alsen-Hinrichs

Gemeinde Elsdorf-Westermühlen
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